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27./28. Februar 2010

Vancouver

Burnaby liegt im Südwesten British Columbias (BC) östlich von Vancouver und gehört zum Verwaltungsbezirk  Metro Vancouver. Es schließt sich durch die Ortsrandsiedlungen Vancouvers übergangslos an die BC-Metropole an und umfasst eine Fläche von 98,6 qkm. New Westminster liegt im Osten der Stadt, die nördlich vom Burrard Inlet und im Süden durch den Fraser River eingegrenzt wird. Die Landschaft ist von Seen, Tälern und Hügelzügen geprägt, deren höchster Punkt der Gipfel des Burnaby Mountain mit 370 m darstellt. Zu Beginn der Besiedlung um 1850 bestand das Gebiet vorwiegend aus einer Waldlandschaft. Bis zur Eröffnung der Canadian Pacific Railway gab es nur einige Bauernhöfe und Sägewerke in dieser Gegend. Der Aufschwung begann 1891 mit der Straßenbahnlinie von Vancouver nach New Westminster. Das Land wurde entlang der Strecke parzelliert und verkauft.  1892 gründete sich die Gemeinde, benannt nach Robert Burnaby, der gemeinsam mit Walter Moberly 1859 hier nach Kohle suchte. Zur Hundertjahrfeier 1992 bekam Burnaby das Stadtrecht.  Von Vancouver aus ist Burnaby sehr bequem mit 2 Sky-Line Linien (vergleichbar mit einer S-Bahn, die die Stadt über ein Brückensystem durchquert) zu erreichen. Inmitten der Stadt befindet sich eines der größten Einkaufszentren des Umlandes, Metrotown.

ACOUSTICA ohne Aufsicht

Wenn du in einer Stadt bist, in der es den ganzen Tag regnet, du aber keinen Bock hasst, diesen ganzen Tag in der Bude zu sitzen, was dann tun? Im Zeichentrickfilm würdest du den Regen einfach wegradieren und der Sonne einen Halbkreisstrich mit den Enden nach oben malen, und voila, sie lächelt. Eine andere Möglichkeit wäre, mit einem dicken Filsstift ein Dach über die Stadt zu malen… „Moment mal, das ist die Idee!“ dachten sich die 5+1 Comicmusikhelden und hatten einen Plan: „Auf, auf  und davon“, hinunter nach Metrotown! In der ersten Woche ihres Aufenthaltes in Vancouver erhielten die Sparfüchse des unterbezahlten Unterhaltungsgeschäfts den Tipp von einem aus Berlin stammenden „Jetztkanadier“, nach Burnaby ins Metrotown zu gehen, um günstig einzukaufen. Das taten sie damals auch und befanden den Ratschlag als „besonders wertvoll“. Nun erinnerten sich die Supermänner der Einkaufstaschen an diesen Konsumtempel und hatten sich auch schon mit ihren Nylonbeuteln für das kommende Supershopping bewaffnet. Denn Metrotown war eine Art „Thüringen Park“, „Saale Park“ oder so, nur in groß. Eine Kleinstadt, bestehend aus Geschäften, Restaurants und Banken, eine eigene Welt auf 3 Etagen plus Tiefgarage und mit Dach. „Wir müssen über die Main Street  nur auf den Kingsway und dann immer geradeaus.“ war die die simple und klare Aussage des Navigators Danny. Nur hatte er mit den Tücken einer Welt voller Magie und Mystik nicht gerechnet, einer Welt bestimmt durch rebellierende Tankstellen, die sich heimlich drehen, um dich orientierungslos in ein Nirwana der Großstadt zu entlassen. Also, die Frontscheibe war so sehr verdreckt, dass man die Scheibenwischer während ihrer Arbeit röchelnd husten hörte. Deshalb mussten sie mittels richtigen Wassers mal abgezogen werden. Ran an die Tanke, Zeug geputzt und Tschüß! Das war der Plan und er ging auch bis „Tschüß“ auf. Nach etwa 15 Minuten Fahrt wurde allen klar: hier waren wir irgendwie noch nie und HILFE! Jetzt nur Ruhe bewahren. Ok, letzter Anhaltspunkt eben die Tanke, und die hat uns in die falsche Richtung ausgespuckt. Wie die Profis machten die  Straßen-von-San Francisco-Fans einen U-Turn und landeten wieder auf dem ihnen bestimmten Weg. Und der ging immer gerade aus und gerade aus und gerade aus. Halt immer gerade aus. Das Bild bei Ausblick aus den Fenstern des in Deutschland  hergestellten KFZ wandelte sich von Hochhäusern in eine Tankstellen- und Werkstattgegend, später in eine Minimarkt- und Baumarktwelt gespickt mit Fast Food Ketten und Tierkliniken. Die gab es in Vancouver sehr viel oder sie vielen halt nur so sehr auf, da sie immer unübersehbar mit Leuchtreklamen jeden Genres für sich warben - Andererseits fiel auf, dass viele Menschen in Vancouver Hunde besaßen, besonders Menschen sichtlich asiatischen Ursprungs. Einige Herrchen und Frauchen trugen ihre vierbeinigen Freunde die Treppen hinunter oder bis zum Auto. Diese Hunde waren vermutlich eine Art Wok-Köter. - Dann kamen so kleine Häuser, die man von den Al Bundy-Serien kennt, und plötzlich wurde es Erfurt-Roter Berg. Das war dann endlich Burnaby! Sofort musste der King Roman zurückdenken an seine Zeit, in der er sich mit der Kommunalen Wohnungsverwaltung seiner Stadt herumärgerte. Auch den Kollegen Kerthy und Star wurde Sozialer Wohnungsbau sofort ein Alarmsignal. Doch das eigentliche Problem, dass alle miteinander verband, war die Tatsache, schon in 3 Tagen wieder abreisen zu müssen und jetzt schon den Roten Berg, oder dem Ort gerecht werdend den Red Mountain genannt, vor sich zu sehen. Da gab ein Punkthochhaus dem anderen die Hand, kleine Geschäfte erinnerten an die Vietnamesenmärkte von zu Hause und der wolkenbehängte, weinende Himmel tat sein Übriges dazu. NEIN!!! Nur nicht das! Schnell hinein in die Stadt mit Namen Metrotown. Hier waren sie abgeschottet von der Wirklichkeit, bewegten sich in der Fantasiewelt durchgeknallter und  nun sicherlich finanziell gut dastehender Architekten mit Neigung zu einer gewissen Perversität. Die Ortseingangsschilder in die Stadt der Superlative des Konsums verrieten, die einzig wirkliche kanadische Kaufhalle genau hier zu finden. Doch nach den Strapazen eines unfreiwilligen Umwegs knurrten die Mägen der Musikreisenden so sehr, dass so manche Verkäuferin der Mall sowohl verschreckt als auch mitleidig aufblickte und den so leidenden Reisenden den Weg zum Food Court in die oberste Etage wies. Der Food Court ist eine Art Marktplatz, ausnahmslos  bestehend aus Imbissbuden und Restaurants. Hier reihen sich alle Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme, egal welcher Kultur, Nation oder gemischter Angebote, aneinander und machen dir die Auswahl schwer bis unmöglich. Jetzt such dir mal aus mindestens 30 Buden die richtige aus! Irgendetwas fanden die hungrigen Freunde jedoch und konnten nun gesättigt durch die Geschäftestadt schlendern. Eigentlich war es nur ein Abhängen, denn niemand wusste so, was er eigentlich wollte. Es hatte jedem etwas gefehlt, nur was? Und in Metrotown gab es alles! Mist, Kitsch, Extravaganz, Flohmarkt und Waren des täglichen Bedarfs. Herr Kerthy wurde dank einer günstigen Jacke zur Miss Kanada, der Herr King aß ein Eis für 5$ und der unwirkliche Tag einer unwirklichen Stadt neigte sich dem Ende zu. Die Ausbeute der shoppingsüchtigen  Herren der internationalen Musikkorrektur war beträchtlich: 2 Jogurt, 1 Milch, 1 Kaffee und 1 Jacke. So, und nun zurück nach Downtown, denn da sollte das letzte Wochenende des German Fan Fest beginnen und viele Gäste hatten sich schon im Voraus angekündigt.

Auch der nächste regnerische Tag wurde eher von einer Schnäppchenjägertour durch die Roberts Street bestimmt. Da musste noch der eine oder andere Inukschuk erworben und das Olympische Gefühl einer Stadt mitgenommen werden. Straßenmusiker, Artisten und Marktschreier gaben ihr letztes, sich gewiss seiend, dass auch ihre Zeit langsam ablief. Es strengte immer mehr an, sich durch die Menschenmassen zu drängen, jeder hier hatte eine Toresschlusspanik und wollte nicht wieder 4 Jahre auf solch ein Ereignis warten. Und wieder mussten die 5+1 lustigen Musikanten herzlich lachen. Denn während die Olympiatouristen ihren Souvenirmüll mit ins Bett schleppten, trugen sie es auf die Bühne. Und die war in den letzten Tagen der Spiele unfassbar gut besucht.

Fan Fest – ACOUSTICA back stage

Klar, es war die letzte Chance für die Einwohner von Vancouver noch einmal eine so große Party zu haben. Außerdem holte Kanada mittlerweile ein Gold nach dem anderen und die Stimmung in der Stadt war grandios. Doch viele unserer Konzertbesucher gelobten, extra wegen uns  gekommen zu sein. „We came for you!“ wurde während des auf die Schulter klopfen immer wieder gerufen. Und siehe da, ganz viele Gesichter waren uns vertraut und viele Wiederholungstäter zu erkennen. Diese Parties waren wohl unschlagbar. Vom ersten Song an wurde getanzt und wir brauchten die meisten unserer Texte nicht mehr mitsingen, das tat unser Publikum.

Fazit: Die 80.000 war an Besucherzahl schon nach 17 Tagen mehr als geknackt. Mit so vielen Besuchern hatte selbst der Kühnste von uns nicht gerechnet. Doch morgen ist ja auch noch ein Tag. Der letzte, und wir hoffen, dass die Menschen in Vancouver noch nicht schlapp machen. Hoffentlich gewinnt Kanada gegen die USA im Hockey, sonst wäre die Stimmung sicherlich recht gedämpft.